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Tacheles?

Tacheles ist die monatlich stattfindende Gesprächsreihe der visarte.bern. Sie wurde 2004 vom Künstler Boris Billaud initiiert. Gäste nehmen zu Themen der Kulturpolitik, Kunstphilosophie oder Alltagsproblemen von Kunst- und Kulturschaffenden Stellung. Nach Möglichkeit wird vor dem Hauptthema im Infoblock von Kunstinstutitionen aus Stadt und Kanton über Aktuelles informiert. Tacheles und der anschliessende Apéro bieten Information, Austausch und Vernetzung mit interessierten Kreisen und sind allen kostenlos zugänglich. Veranstaltungen i.d.R. jeden 3. Dienstag des Monats, 18.30-20.00 Uhr im Aktionsraum der visarte.bern, PROGR_Zentrum für Kulturproduktion, Waisenhausplatz 30, 3001 Bern.
Tacheles wird unterstützt von: KulturStadtBern, Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Burgergemeinde Bern, privaten Gönnern und Materialsponsoren.

Leitung

Werner Brück, Kunsthistoriker, Vorstandsmitglied
Brigitte Lustenberger, bildende Künstlerin, Vorstandsmitglied

Archiv aller Veranstaltungen von 2004 bis heute

Tacheles XLIV
Dienstag, 17. November 2009
Wissenschaftler in Ateliers
Im 20. Jahrhundert zerschmolz der klassische Werkbegriff, in einer Negation kunsthandwerklicher Befähigung, zugunsten der Suche nach Spektakularität, deren Dynamik Kreativität suggerieren möchte. Heute existieren ausser Happenings und Environments vielerlei Vorgehensweisen, u.a. (auto-)biografisch-topografische Spurensicherung, Story Art, aber z.B. auch die physikalische, biologische oder chemische Prozessgestaltung, bei der die Gestaltung der Phänomene jedoch eher unkünstlerischen Kalkülen überlassen wird. Dabei wird deutlich: Naturwissenschaften werden trotz gesunkenen Realnettos für die Lebbarkeit unserer Welt immer wieder als Fortschrittsmodelle angepriesen. Auch für die - verunsicherte und sich selbst ungewisse - bildende Kunst. Ob Kunstschaffende Forscher am Rockschoss einer nicht hinterfragten Pseudowissenschaftlichkeit oder einer gestalterischen Experimentalpraxis seien, das wurde 2008 am Beispiel der “Swiss Artists in Labs” im Tacheles besprochen. In unserem Nachtrag möchten wir nun danach fragen, welche umgekehrten Perspektiven Wissenschaftler in Kunstateliers gewinnen können. Hier stellen wir ein Pilotprojekt vor, in dem WissenschaftlerInnen aller Couleur Stipendien für Künstlerateliers erlangen. Dazu haben wir eingeladen:

  • Ping Qiu, Künstlerin, Initiatorin “Science meets Art”, Berlin
  • George Steinmann, Künstler, Bern
  • Moderation: Werner Brück, Bern

Tacheles XLVIII
Dienstag, 27. Oktober 2009
Die Vermittlung der Kunst - die Kunst der Vermittlung
Ist Kunst nichts, ihre Vermittlung alles? - Kunstvermittlung boomt, doch was findet da eigentlich statt? Braucht Kunst Vermittlung, um verstanden zu werden? Wer macht denn nun eigentlich die Kunst - die Kunstschaffenden, die Vermittlerin, der Betrachter? Wie betreiben Universität, Museum und Galerie Kunstvermittlung? Wie sieht die Vermittlung der Vermittlung aus? Treffen sich Theorie und Praxis? Genügt die Vermittlung den Anliegen von Kunstschaffenden? Worauf können Kunst- und Kulturschaffende sich einstellen?

  • Beatrice Brunner, Galeristin Bern
  • Kathleen Bühler, Kuratorin Gegenwart am Kunstmuseum Bern
  • Susanne Kudorfer, Kunstvermittlerin Kunstmuseum Luzern
  • Brigitte Lustenberger, Fotografin, Co-Leiterin Tacheles
  • Moderation: Werner Brück

Hier die Audioaufzeichnung in zwei Teilen
20091027-tacheles-kunstvermittlung-n5-01
20091027-tacheles-kunstvermittlung-n5-02
Länge insgesamt ca. 75 Minuten, Format OGG Vorbis, Dateigrösse je ca. 40 MB, Qualität 5/10, geeignet für handelsübliche Player, z.B. VLC (Download), Real Player, Winamp usw.

Tacheles XLVII
Dienstag, 8. September 2009, 18.30 Uhr
Die Kunst und die Krise
Am Dienstag, den 08. September 2009, fand das XLVII. Tacheles statt, zum Thema “Die Kunst und die Krise”.
Wir fragten nach der Krise als künstlerischer Währung. Wann und wie werden Künstler Akteure im (eigenen) Stück? Gibt es eine Poetologie der Krise? Das Gespräch brachte Einsichten in die Betätigungsfelder von Dramaturgie und Bühnenbild.
Teilnehmende:

  • Beate Schappach, Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin, Bern
  • Claudia Tolusso, Bühnenbildnerin, Bellinzona,
  • Marc Adam, Intendant Stadttheater, Bern
  • Moderation: Werner Brück, Kunsthistoriker.

Hier die Audioaufzeichnung in zwei Teilen
20090908-tacheles-kunstkrise-01
20090908-tacheles-kunstkrise-02
Länge insgesamt ca. 85 Minuten, Format OGG Vorbis, Dateigrösse je ca. 45 MB, Qualität 5/10, geeignet für handelsübliche Player, z.B. VLC (Download), Real Player, Winamp usw.

Tacheles XLVI
Dienstag, 9. Juni 2009, 18.30 Uhr
PROGR. Und was noch?

In den Jahren der Zwischennutzung entwickelte der PROGR eine Vergangenheit, über die man nicht mehr so einfach hinweggehen kann. Jetzt wird die Zukunft entschieden. Doch wie soll diese Zukunft aussehen? Vernehmen wir dazu die Ideen Involvierter, aber auch die Kritik Aussenstehender.
Kulturelle Forderungen wie die nach Atelierplätzen, Geschäfträumen für Kulturtreibende, Aufführungsorten oder das Verlangen nach Infrastruktureller Vernetzung wurden jedoch nicht erst im Berner Abstimmungskampf 2009 laut. Nur wer die Bedingung aus der Vergangenheit versteht, kann die Möglichkeiten der Zukunft gestalten.
Schliesslich sollen aber auch die Chancen und praktischen Erfahrungen eigentlicher Alternativen zum PROGR erörtert werden.
Teilnehmende:

  • Leila Kühni, Künstlerin & Matthias Kuhn, Dirigent, PROGR
  • Dani Geser, Kulturlaborant, Kulturlabor Suhr
  • Barbara Meyer Cesta & Rudolf Steiner, KünsterIn, Haus am Gern
  • Moderation: Stefanie Christ, Berner Zeitung

Hier die Audioaufzeichnung:
20090609-tacheles-progr-und-was-noch-3
Länge ca. 65 Minuten, Format OGG Vorbis, Dateigrösse ca. 45 MB, Qualität 3/10, geeignet für handelsübliche Player, z.B. VLC (Download), Real Player, Winamp usw.

Hier der Bericht “Angst vor der Ruhe nach dem Sturm” von Daniela Rölli, Der Bund

Tacheles XLV
Dienstag, 19. Mai 2009, 18.30 Uhr
“Bern - Berlin. Bern? Berlin?”
20090519-tacheles-bern-berlin-1 (Audio-Mittschnitt)
Kunstschaffende suchen manchmal Veränderung. Einige gehen in die Fremde - und kommen wieder zurück - um dann wieder zu gehen. Von fernen Welten summt es, völlig befreit von der Raum-Zeit eigener Infotope. Was aber haben die Menschen in der Fremde erlebt? Wie setzen Sie die Heimat in Bezug? Welche Perspektiven ergeben sich aus mutwillig geänderten Faktenlagen? Solchen und anderen Fragen gehen wir nach, diesmal anhand Berlins. Vorsicht: Verführungsgefahr! Seine momentane Arbeit stellt der Basler Samuel Eugster im vorangehenden Infoblock vor. Nach der Veranstaltung Apéro. Im Aktionsraum der visarte.bern, PROGR, Waisenhausplatz 30, Bern. Podiumsgäste:

  • Andrea Loux, Künstlerin
  • Hubert Dechant, Künstler
  • Andreas Tschersich, Künstler
  • Dr. Philipp Burkard, Leiter Kulturabteilung Thun
  • Moderation: Magdalena Schindler, Der Bund

Tacheles XLIV
Dienstag, 21. April 2009, 18.30 Uhr, Aktionsraum visarte.bern, PROGR
“Director’s talk: Heinrich Gartentor im Gespräch mit Veronica Schaller”
Veronica Schaller ist seit August 2008 Kultursekretärin der Stadt Bern und leitet die Abteilung Kulturelles. Sie gilt es kennenzulernen, um die Grundzüge ihres Auftrages, ihrer Pläne und ihrer Vorgehensweisen zu verstehen. Die Abteilung Kulturelles erarbeitet und realisiert Konzepte für die städtische Kulturpolitik und Kulturförderung, berät Kulturschaffende bei der Projektfinanzierung, begleitet subventionierte Institutionen (Verträge, Umsetzung, Controlling), bearbeitet Unterstützungsgesuche für Projekte, organisiert kulturellen Austausch, partizipiert an kulturpolitischen Gremien der Region, des Kantons und der Eidgenossenschaft (Quelle: Verordnung über die Organisation der Stadtverwaltung, Art. 16, Abt. Kulturelles).

Hier die Audioaufzeichnung:
20090421-tacheles-gartentor-schaller
Länge ca. 55 Minuten, Format OGG Vorbis, Dateigrösse ca. 45 MB, Qualität 3/10, geeignet für handelsübliche Player, z.B. VLC (Download), Real Player, Winamp usw.

Tacheles XLIII
Di 17. März 2009, 18.30h, Aktionsraum visarte.bern, PROGR
“Director’s Talk Vol. IV: Brauchen Künstler Galerien?”
Bernhard Bischoff im Gespräch mit Heinrich Gartentor. Bernhard Bischoff ist Präsident des Vereins Berner Galerien und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Galerienverbandes. Er führt zusammen mit Marlies Kornfeld die Galerie Bischoff und Partner, die Bern mit zeitgenössischer Kunst versorgt.

Tacheles XLII
Di 17. Februar 2009, 18.30h, Kleine Bühne, PROGR
“Kunst- und Kulturpolitik Berner Stadtratsfraktionen”
Zu Beginn der neuen Legislaturperiode hat visarte.bern VertreterInnen der Berner Stadtratsfraktionen zur Vorstellung ihrer kulturpolitischen Positionen und zur anschliessenden Diskussionsrunde eingeladen.

  • BDP/CVP: Martin Schneider
  • GB/JA!: Natalie Imboden
  • SP/Juso: Annette Lehmann
  • SVPplus: Roland Jakob
  • Moderation: Dr. Rachel Mader, Kunsthistorikerin

Zeitungsartikel (Quelle: Archiv “Der Bund”, www.ebund.ch/archiv)

Tacheles XLI - 9. Dezember 2008
“Lesung mit Guy Krneta”
Guy Krneta, Autor aus Bern und Zürich, liest aus seinen Stücken.

Tacheles XL - 21. Oktober 2008
“Director’s talk Vol. III: Helen Hirsch”
Helen Hirsch, Direktorin Kunstmuseum Thun, im Gespräch mit Heinrich Gartentor.

Tacheles XXXIX - 16. September 2008
“Ausstellungsinstitutionen als interdisziplinäre Kompetenzzentren”
Die Kunsthalle Bern ein Kompetenzzentrum? Hier ein paar Stichworte: Internationaler Anspruch - “best practise” als Ausstellungswissenschaft - Kooperation mit der Universität und der Hochschule der Künste! Wir fragen nach: Was ist ein Kompetenzzentrum? Alleinstellungsmerkmale? Wer will wo was beeinflussen? Verwissenschaftlichung als sakralisierende Sklerose? Realitätskontakt? Wie machen es die anderen und worin besteht eigentlich der Reiz des Ausstellungsmachens?

  • Corinne Charpentier, Direktorin FRI-ART Fribourg
  • Philippe Pirotte, Direktor Kunsthalle Bern
  • Moderation: Werner Brück, Kunsthistoriker

Tacheles XXXVIII Spezial - 9. September 2008
“Reglement für Kunst im öffentlichen Raum”
Aus aktuellem Anlass zum neuen Reglementsentwurf ein Spezial-Tacheles. Das Kunstprojekt “Wortskulpturen”/Tram Bern West wurde gestoppt, dem Berner Bahnhofsplatz drohte ein ästhetisches Zuviel. Wer entscheidet über Kunst am Bau, über Kunst im öffentlichen Raum? Nach welchen Kriterien? Brauchen wir einen Fonds zur Zeit- und bauunabhängigen Förderung hochwertiger Projekte? Oder sollen wir das 1993 eingeführte Kunstprozent streng objektgebunden verwenden?

  • Gisela Vollmer, Stadträtin und Raumplanerin Bern
  • Christoph Reichenau, eh. Kultursekretär Stadt Bern
  • Susanne Müller, Künstlerin Prêles
  • Moderation: Simone Zaugg, Künstlerin Bern und Berlin

Zeitungsartikel (Quelle: Archiv “Der Bund”, www.ebund.ch/archiv)

Tacheles XXXVII - 26. August 2008
“Swiss Artists in Labs”
Kunst kommt ins Labor - Wissenschaft dominiert Kunst? Wer lernt da vom anderen und wer benutzt den anderen für eigene Zwecke? Ein Gespräch über die Beeinflussung von Kunst durch Wissenschaft. Zugleich die Vorstellung des “Swiss Artists in Labs”-Programmes.

  • Sylvia Hostettler, Künstlerin und Programm-Teilnehmerin
  • Ping Qui, Künstlerin und Programm-Teilnehmerin
  • Irène Hediger, Co-Leiterin des Programms
  • Moderation: Werner Brück, Kunsthistoriker

Tacheles XXXVI - 20. Mai 2008
“Kitsch als Kult - Kitsch als Mittel - Kitsch als Endprodukt”
Eine Podiumsdiskussion rund um eine farbige Grauzone, eine einerseits verpönte und gleichzeitig populäre Stilrichtung und Lebenshaltung

  • Sibylla Walpen, Künstlerin und Dozentin ECAV
  • Caroline Elsaesser, Yamatuti
  • Bernhard Bischoff, Galerie Bischoff & Partner
  • Moderation: Magdalena Schindler, Kulturredaktorin Bund

Tacheles XXXV - 22. April 2008
“Nachlässe und Archive”
Was versteht man unter einem Nachlass, aus was setzt er sich zusammen, nach welchen Kriterien wird er geformt? Sollen Künstler eine eigene Werkprofilierung, also eine Aus- und Abwahl von Werken aus ihrem Gesamtwerk, vornehmen? Darf eine solche Auswahl auch von Nachlassverwaltenden, Verwandten, GaleristInnen und KunsthistorikerInnen gemacht werden? Welche juristischen und finanziellen Konsequenzen hat die Übernahme eines Nachlasses und wie können, dürfen diese Kosten gedeckt werden? Ein Gespräch über Umstände, Anliegen und Aufgaben im Umgang mit Nachlässen und Künstlerarchiven sowie über die Finanzierung und Praxis der Nachlassverwaltung.

  • Dorothe Freiburghaus, Inhaberin Kunstkeller Bern
  • Heinz Gerber, Plastiker/Designer SWB/SID, Präsident BKK
  • Inga Vatter-Jensen, Präsidentin GNSBK, Nachlassverwalterin ArchivArte
  • Nora Lischetti, Tocher Carlo E. Lischetti
  • Moderation: Werner Brück, Kunsthistoriker, Leitung Tacheles

Infoblock: Renée Magaña, OVRA Archives

Tacheles XXXIV - 18. März 2008
“Kunst - das prekäre Unternehmen”
Die rechtliche Beurteilung der künstlerischen Tätigkeit und der damit verbundenen Folgen mit Schwerpunkt Steuerrecht. Die künstlerische Tätigkeit berührt viele verschiedene Rechtsgebiete. Aus rechtlicher Sicht stellen KünstlerInnen eine Art Einzelunternehmen bzw. Selbstständigerwerbende dar. Solche müssen sich im Gegensatz zu Angestellten selber um alles kümmern, auch um die rechtlichen Vorschriften. Berufsverbände kämpfen seit längerem für Spezialnormen für KünstlerInnen, um den besonderen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kunstschaffenden gerechter zu werden. Für die Steuerbehörde beispielsweise ist es nicht einfach, zu verstehen, worin die Probleme und Anliegen der Kunstschaffenden liegen, und wie man am besten damit umgehen kann.

  • Andreas Howald, Fürsprecher und Steuerrechtsexperte
  • Daniel Strahm, zuständig für Selbständigerwerbende, VB Bern-Stadt
  • Rudolf Steiner, Künstler (Haus am Gern), Biel
  • Moderation: Sandra Künzi, Anwältin und Kulturschaffende

merkblatt_steuern_2008 von Andreas Howald
Broschüre 22 der Eidg. Steuerverwaltung zum Thema Kultur

Tacheles XXXIII - 15. Januar 2008
“Zum Stand der Arbeiten am Projekt GegenwART des Kunstmuseums Bern”

  • Prof. Dr. Christoph Schäublin, Präsident Stiftungsrat KMB
  • Dr. Matthias Frehner, Direktor KMB
  • Dr. Kathleen Bühler, Kuratorin für Gegenwartskunst KMB
  • Moderation: Konrad Tobler

Tacheles XXXII - 20. November 2007
“Kunst für die Stadt”
Die Kunstsammlung der Stadt Bern umfasst heute rund 5000 Werke von ortsansässigen Kunstschaffenden. Die Bilder dekorieren die Räume der städtischen Verwaltung und dienen repräsentativen Zwecken, der Grossteil der Kunstwerke lagert jedoch im Archiv. Diese Tatsache wirft Fragen auf. Wie soll mit diesem riesigen Fundus an Kunsterzeugnissen umgegangen werden? Nach welchen Kriterien werden die Werke ausgewählt und auf welchen Wegen gelangt die Kunst ins Büro? Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten oder falsch ausgelegtes Geld? Im Tachelesgespräch geben Juroren, Betreuer und Nutzniesser der Sammlung einen Einblick in die jahrzehntelange Tätigkeit und Problematik der städtischen Kunstsammlung.

  • Astrid Ochsenbein, Kunsthistorikerin, Sammlungsbetreuerin BEKB
  • Esther van der Bie, Künstlerin, Mitglied Kunstkommission
  • Annemarie Lanker, eh. Bereichsleiterin Sozialdienste St. Bern
  • Florian Dombois, Künstler, Forscher, Leiter Y-Institut HKB
  • Moderation: Stephanie Christ, Kulturjournalistin

Infoblock: “value”. value (Christoph Lang und Stephan Meylan, Zürich) stellen ihr Kunstprojekt SammlungsLOGE zur städtischen Sammlung vor.

Tacheles XXXI - 18. September 2007
“Director’s Talk Vol II: Juri Steiner”
Zentrum-Paul-Klee-Direktor Juri Steiner zu Gast bei Heinrich Gartentor. Ein Gespräch über Steiners Verhältnis zu Klee, über Gegenwart und Zukunft des Zentrums und über Endo Anacondas Vorschlag, dieses bei einem allfälligen Scheitern in ein Parkhaus umbauen zu lassen und einen Shuttle-Dienst zur BEA einzurichten.

Tacheles XXX - 19. Juni 2007
“Zukunft PROGR”
Podiumsdiskussion zur Zukunft des PROGRs mit Vertretern aus Kultur und Politik und weiteren Gästen. Eine Kooperation von visarte.bern mit PROGR_Zentrum für Kulturproduktion.

  • Christoph Reichenau, Leiter Abteilung Kulturelles St. Bern
  • Natalie Imboden, Stadträtin GB, Fraktionspräsidentin GB/JA!
  • Barbara Buer, Architektin Umnutzungsprojekt Gundeldingerfeld, Basel
  • Moderation: Heinrich Gartentor, Kulturminister

Zeitungsartikel (Quelle: Archiv “Der Bund”, www.ebund.ch/archiv)

Infoblock: Informationen zum Investorenwettbewerb PROGR Bern von Peter Schranz.

Tacheles XXIX - 15. Mai 2007
“Director’s Talk Vol. 1.: Philippe Pirotte”
Ein Gespräch mit dem Kunsthallen Bern-Direktor von Heinricht Gartentor über Pirottes Zukunft und die der Kunsthalle, über Leistungsverträge, Überraschungen und Enttäuschungen, unglückliche und glückliche KünstlerInnen, über die Berner Kunstszene und die Frage, ob es diese überhaupt noch gibt.

Tacheles XXVIII - 17. April 2007
“Kunstmeile Speichergasse”
Die Kunstmeile Speichergasse entwickelt sich je länger je mehr zum Knotenpunkt und Meilenstein der jungen Berner Kunstszene. Das Progr mit eigenen Ausstellungsräumlichkeiten und der ehemaligen Stadtgalerie im Hof, heute Loge, die Galerie bk Bernhard Bischoff & Partner, die neue Produzentengalerie und das Marks Blond Projekt, alle stehen für die neue Dynamik in unmittelbarer Nähe zur traditionellen Museumsstrasse. Die „Young Bernese Artitsts & Friends“ erhalten dadurch auf kleinstem Raum die Möglichkeit, ihre innovativen, mutigen und experimentellen Projekte auf mehreren - kommerziellen und nicht kommerziellen - Plattformen durchzuführen.

  • Bernhard Bischoff, Galerist Bischoff & Partner Bern
  • Daniel Suter, Marks Blond Project Bern
  • Beate Engel, Leiterin PROGR
  • Moderation: Dominik Stauch, Künstler Thun

Infoblock: Noah Stolz zu seinen drei Ausstellungen als Gastkurator in der Stadtgalerie/Loge.

Tacheles XXVII Spezial - 29. März, 2007
“Bologna: Kunstausbildungen im Umbruch. Konsequenzen für den Kultur- und Bildungsstandort Bern”
Organisiert und durchgeführt durch die Hochschule der Künste Bern HKB

Tacheles XXVI - 20. März 2007
“Artists in Residence”
Zu den schönsten und wertvollsten Erfahrungen für Kunstschaffende gehören die Atelieraufenthalte im Ausland. Die Künstlerinnen und Künstler, die sich für einen mehrmonatigen Werkaufenthalt im Ausland bewerben, müssen über einen überzeugenden künstlerischen Leistungsausweis verfügen und ein grosses Interesse am Austausch mit der lokalen Kultur haben. Nachhaltige Projekte mit internationaler Ausstrahlung werden bei der Vergabe von Reisestipendien bevorzugt. Das Thema soll von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Deshalb kommen Institutionen zu Wort, die den interkulturellen Austausch unterstützten, aber auch Kunstschaffende, die über ihre persönlichen Erfahrungen in einem Gastatelier im Ausland berichten.

  • Uli Beleffi, Abteilung International Pro Helvetia
  • Peter Clemens Brand, Künstler Bern
  • Wenzel A. Haller, Projektleiter artists in residence ch
  • Moderation: Katrien Reist-Gelder

Tacheles XXV - 20. Februar 2007
“Kulturstrategie der Stadt Bern”
Die Kulturstrategie der Stadt Bern für die Jahre 2008 bis 2011 hat eine hitzige Debatte entfacht. Die Ziele der städtischen Kulturförderung lauten von Werterhaltung der fünf grossen Institutionen bis zur Verstärkten Förderung der kleineren Organisationen und die nachhaltige Schaffung von Infrastrukturen. Trotz guten Absichten sehen gewisse Kulturschaffende die künstlerische Unabhängigkeit gefährdet, weil teilweise die Mittel gekürzt werden und die Stadt vermehrt als direkter Kulturanbieter auftritt, zum Beispiel Stadtgalerie, PROGR und Kulturagenda. Andererseits ist ein vielfältiges Kulturangebot ohne öffentliche Subventionen nicht möglich. Mitte Februar wird die konkretisierte Strategie für die städtische Kulturförderung vorgestellt und diskutiert.

  • Christoph Reichenau, Kultursekretär Stadt Bern
  • Christian Pauli, Dampfzentrale
  • Gabriela Bader, Stadträtin GFL
  • Moderation: Dani Landolf, Journalist

Zeitungsartikel (Quelle: Archiv “Der Bund”, www.ebund.ch/archiv)

Tacheles XXVI - 16. Januar 2007
“Generationengespräch”
Das Nebeneinander jüngerer und älterer Generationen im Kunstbetrieb ist eine Tatsache. Angesichts der künstlerischen Konkurrenz von Jungstars und Altmeistern ist der Austausch sinnvoll, weil erfahrungs-gemäss aus den Berührungspunkten fruchtbare Begegnungen resultieren. Gerade im Raum Bern ist die Situation exemplarisch, zumal hier vielerorts jüngere und ältere Kunstschaffende aufeinander treffen, voneinander lernen, miteinander arbeiten oder sich – auch im positiven Sinn – aneinander reiben. Vertreterinnen und Vertreter aus Lehre und Praxis diskutieren über das Potenzial des Generationenaustauschs, über Gemeinsamkeiten und Differenzen, Erfahrungen im Umgang mit der Vermittlung und künstlerischen Praxis.

  • Béatrice Gysin, Künstlerin und Dozentin HKB
  • Alois Lichtsteiner, Künstler
  • Sibylla Walpen, Künstlerin und Dozentin gestalterische BMS
  • Moderation: Marc Munter, Kunsthistoriker

Tacheles XXIII - 21. November 2006
“Chefsache: Kulturberichterstattung in Bern”
Überall wird gespart, in der Wirtschaft, bei der öffentlichen Hand und den Medien. Um Kosten zu sparen, werden die Budgets gekürzt, die Kulturredaktionen verkleinert und die Kulturberichterstattung heruntergefahren. Am Beispiel der Berner Tageszeitungen diskutieren Fachleute die möglichen Auswirkungen. Sind die Folgen der Kürzungen nur subjektiv wahrnehmbar oder müssen tatsächlich qualitative und quantitative Abstriche gemacht werden? Die lokalen Chefredaktoren und zwei Museumsdirektoren erhalten Gelegenheit, Stellung zu nehmen und ihre Standpunkte darzulegen.

  • Matthias Frehner, Direktor Kunstmuseum Bern
  • Michael Hug, Chefredaktor Berner Zeitung
  • Reinhard Spieler, Direktor Museum Franz Gertsch, Burgdorf
  • Daniel Landolf, Chefredaktor ad interim Bund
  • Moderation: Roger Blum, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Bern

Infoblock: zur Entlassung im Museum Franz Gertsch: Stellungnahme des ehemaligen Direktors Reinhardt Spieler. Siehe www.youtube.com, “gertsch”

Tacheles XXII - 17. Oktober 2006
“Künstlerdossiers”
Selbstmarketing ist für viele Kunstschaffenden ein Zauberwort mit sieben Siegeln oder sorgt mindestens für Unsicherheit. Die Podiumsdiskussion soll Anhaltspunkte geben, wie sich die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Unterlagen bei Wettbewerben und Projekteingaben professionell präsentieren oder ihre Fähigkeiten gezielt kommunizieren. Fachleute berichten praxisbezogen von ihren Beobachtungen und Erfahrungen und stehen dem interessierten Publikum Red und Antwort über „do’ s and don’ts“ und „good to have and nice to have“ bei den Künstlerdossiers.

  • Vanessa Achermann, Kunsthistorikerin
  • Beate Engel, Kuratorin Bern
  • Andreas Münch, Leiter Dienst Kunst, Bundesamt für Kultur

Infoblock: Beate Engel informiert über die Loge und das Projekt Doku-Stelle im PROGR.

Tacheles XXI - 19. September 2006
“Hat Kunst im öffentlichen Raum ein Verfalldatum?”
Kunst ist eine heilige Kuh. In Sammlungen und Museen werden die Kunstwerke für die Ewigkeit gepflegt. Um sie der Nachwelt zu erhalten, werden sie optimal gelagert und, wenn nötig, restauriert. Im Gegensatz dazu droht der Kunst im öffentlichen Raum oder im Aussenbereich von Gebäuden der Zerfall. Sie sind der Witterung ausgesetzt oder werden beschädigt. Soll dieser Alterungsprozess aufgehalten werden oder müssen die Kunstwerke nach ihrem Verfallsdatum entsorgt und ersetzt werden?

  • Georg Steinmann, Künstler Bern
  • Peter Schranz, Stv. Leiter Abteilung Kulturelles Stadt Bern
  • Prof. Dr. Norberto Gramaccini, Professor für Kunstgeschichte, Präsident Städtische Kunstkommission
  • Andreas Lehmann, Architekt
  • Walter Kretz, Künstler
  • Grusswort: Susanne Kulli

Infoblock: Carola Ertle Ketterer, Präsidentin Steuergruppe Kunstachse, und Madeleine Mosimann, Präsidentin Kunstachse und Leiterin Projekt „Cabane“ informieren über den aktuellen Stand der Kunstachse Bümpliz / Bethlehem sowie das laufende Projekt mit der Cabane von Jean Nouvel.

Tacheles XX - Juni 2006
“Fussball und Kunst”

  • Ralph Samens, Künstler Bern
  • Annick Haldemann, Assistentin Galerie im Park
  • Reinhard Spieler, Direktor museum franz gertsch
  • Moderation: Oliver Tschirky

Tacheles XIX - Mai 2006
“Künstler und Steuer”
u.a. mit Herr Bruno Knüsel, Steuerverwalter des Kantons Bern.
Merkblatt zu Künstler und Steuern


Infoblock: François Wasserfallen, Vorsteher des Amt für Kultur des Kanton Bern über die aktuelle Entwicklungen in der Museumslandschaft.

Tacheles XVIII - April 2006
“Malerei”
Trotz grosser Beliebtheit der Malerei sowohl bei den Kunstschaffenden als auch beim Publikum, fehlt in Bern der ernsthafte Diskurs über die Bedeutung der Malkunst in der Gegenwart. Mit Blick auf allgemeine Tendenzen im Kunstbetrieb und insbesondere den Neuen Medien sollen im Gespräch die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Qualitäten der Malerei erörtert und diskutiert werden.

  • Giovanni A. Schumacher, Galerie Artdirekt
  • Ka Moser, Malerin
  • Valentin Magaro, Maler Winterthur
  • Moderation: Oliver Tschirky, Kunsthistoriker

Infoblock: “Mit Künstlerinnen auf Reise”. Katrien Reist van Gelder, Kuratorin Atelierprogramm PROGR, informiert über das artist in residence-Programm und das Phänomen der künstlerische Mobilität

Tacheles XVII - 21. März 2006
“Folgerecht: Nach wie vor benachteiligte Schweizer Künstler und Künstlerinnen!”
Die politischen Umsetzungen rund um die Folgerechtsgesetzgebung wird einer der Gradmesser dafür sein, welchen Wert die Kunstschaffenden von Seiten der Gesellschaft geniessen. Die Gegner sind allesamt auf der Seite der Galerien, Kunsthändler und Museen zu finden. Ihre Begründung lässt meist - wie heute üblich geworden - die Begriffe Standort- und Wettbewerbsvorteil erklingen. Seit dem 1. Januar 2006 gibt es im gesamten EU-Raum das Folgerecht für bildende Künstler und Künstlerinnen. Die Schweiz hinkt einmal mehr hinterher. Obwohl bereits anlässlich der Totalrevision des URG von 1993 dieses Rechte gefordert wurde, weigert sich der Bundesrat nach wie vor, es einzuführen. Will man den Kunsthandelsplatz Schweiz auf Kosten der Künstler und Künstlerinnen schützen? Werner Stauffacher Vizedirektor und Leiter der Rechtsabteilung von pro litteris.

Info BAK
Stellungnahme visarte.schweiz

Infoblock: Florian Dombois, Institutleiter Y: “leicht” –- Ein Symposium zu Kunst und Wissenschaft des Instituts für Transdisziplinarität der HKB, Bern

Tacheles XVI - 21. Februar 2006
“Kunstkommissionen”

  • Andreas Fiedler Präsident Kant. Kommission für Kunst und Architektur Bern
  • Alfred Maurer Präsident KK des Kt. Solothurn
  • Beate Engel, Mitglied städt. Kunstkommission
  • Norbert Grammaccini, des. Präsident städt. Kunstkommission.
  • Moderation: Magdalena Schindler Kulturredaktorin

Infoblock: Andreas Marti, Direktor Zentrum Paul Klee

Tacheles XV - 17. Januar 2006
“Villa Jelmini - The Complex of Respect”
(towards an (im)possible exhibition) (entgegen einer (un)möglichen Ausstellung) - Das kuratorische Erbe Harald Szeemanns bildet den Ausgangspunkt für eine Ausstellung, die von der (Un)Möglichkeit handelt, einen Raum zu konstruieren, wo unterschiedliche Erinnerungen, Traditionen einander begegnen können und bezieht sich auf die seit Szeemann zerstörte Idee von “Site” als einem stummen Grund, auf dem verschiedene Entitäten platziert werden. Villa Jelmini – The Complex of Respect unternimmt hierbei sowohl eine Annäherung an den komplizierten und vielschichtigen Begriff des Respekts, als auch an einige von Szeemanns “Obsessionen” (das a-historische Vorgehen, den Schaffensprozess, das Visionäre, die individuelle Mythologie, das Gesamtkunstwerk, die Enzyklopädie…), welche transferiert werden an jenen (un)möglichen Ort (“Villa Jelmini”). Philippe Pirotte, Kunsthallendirektor, über die neuste Ausstellung im Gespräch.

Infoblock: Norberto Gramaccini, Direktor Sommerakademie im Zentrum Paul Klee Bern

Tacheles XIV - 15. November 2005
“Atelier in der Stadt Bern”
Die Geschichte der städtischen Ateliers ist noch nicht abgeschlossen. Initiativen, wie Gaswerkareal und Ryfareal, sind von Künstlern initiiert worden. Das neuste Beispiel, der Progr, ist von der Stadt lanciert worden. Wie geht es weiter in der städtischen Entwicklung? Sind neue Ansätze von nötig/vonnöten? Welches sind die Probleme?

  • Christoph Reichenau, Kultursekretär Stadt Bern
  • Thomas Hostettler Künstler und Mitglied visarte.ateliers (vorher BEWEGE)
  • Boris Billaud, Künstler Bern
  • Moderation: Heinrich Gartentor
  • Organisation und Idee: Markus Zürcher

Infoblock: Philippe Pirotte, Direktor Kunsthalle Bern

Tacheles XIII Spezial - 25. Oktober 2005
“Ausblick Biennale Bern 07: Ein Festival zeitgenössischer Künste. Braucht Bern diesen Grossanlass?
Eine Woche nach der BIENNALE BERN 05 diskutieren unter der Leitung von Alice Baumann (condesign) Thomas D. Meier (Hochschule der Künste Bern HKB), Claudia Rosiny (Kornhausforum), Armin Kerber (Stadttheater Bern) und Christoph Reichenau (Amt für Kulturelles der Stadt Bern) mit dem Publikum Fragen rund um die Zukunft des Anlasses. Das neue Kulturkonzept sieht vor, dass die Berner Kulturinstitutionen gemeinsam mit der HKB, der Gründerin der BIENNALE BERN, regelmässig ein Festival mit einem Schwerpunkt auf dem zeitgenössischen Schaffen durchführen. Dieses soll das spartenübergreifende Potenzial der Berner Kulturanbieter aufzeigen. Die HKB bringt sich als Produktionsort ein und will die BIENNALE BERN auch weiterhin als professionelle Plattform für Dozierende und Studierende nutzen. Ziel ist eine thematische und terminliche (Saisoneröffnung bzw. -Ende) Bündelung der Berner Kulturinstitutionen im Bereich des zeitgenössischen Schaffens. Die Hochschule der Künste Bern HKB, die die Diskussion angeregt hat, der Verein visarte (Veranstalter) sowie die übrigen Beteiligten würden sich freuen, wenn möglichst viele Vertreterinnen und Vertreter von bernischer Kulturinstitutionen anwesend wären, um einen aktiven Austausch von Ideen und Wünschen zu ermöglichen.

  • Christoph Reichenau, Kultursekretär Stadt Bern
  • Thomas Meier, Direktor HKB
  • Claudia Rosiny, Kornhausforum
  • Armin Kerber, Stadttheater Bern
  • Moderation: Alice Baumann (consign/identity communication design)

www.biennale-bern.ch

Tacheles XII - 18. Oktober 2005
“Kunstkritik”

  • Samuel Herzog, Kunstjournalist, Direktor Firma HOIO
  • Konrad Tobler, Leiter Kultur Berner Zeitung und Kunstkritiker
  • Sibylle Omlin, Leiterin Abt. Bildende Kunst Medienkunst der HGK Basel, freie Publizistin und Kulturwissenschaftlerin.
  • Moderation Sarah Schmidt, Institut für Transdisziplinarität HKB


Texte Herzog / Texte Tobler

Infoblock: Dr. Bernhard Fibicher, Leiter Gegenwart am Kunstmuseum Bern

Tacheles XI - 20. September 2005
“Erhalten, was zu erhalten ist?”
Welche Mechanismen steuern die Sammlung und Erhaltung von Kunst und Kulturgut in kulturellen Archiven? Was ist in den Kulturkonserven enthalten und wie bleibt der Inhalt lesbar? Die Beantwortung solcher Fragen bildet einen wesentlichen Teil der Motivation der zeitgenössischen Konservierung.
Vortrag von: Prof. Dr. phil.-nat Stefan Wuelfert, Leiter des Fachbereiches Konservierung und Restaurierung der HKB

Infoblock: “Peter Kraut. Information über die Biennale Bern 05 - den künstlerischen Beitrag zum Einsteinjahr.”

Tacheles X - 16. August 2005
“Off-Spaces. Von Institutionen und Kunstgeschichte unabhängige Ausstellungsorte für zeitgenösssische Kunst”

  • Mark Divo Zürich
  • Daniel Suter (Marks Blond Bern)
  • Joung-en Huh (LADEN, Düsseldorf)
  • Moderation: Heinrich Gartentor

Infoblock: François Wasserfallen, Vorsteher Amt für Kultur Kanton Bern informiert über das Projekt der neuen Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Kunsthallen und -museen des Kantons

Tacheles IX - 14. Juni 2005
“Kultur- und Förderpolitik”
Vor lauter Einzelinteressen sind gemeinsame Ziele in der Kulturszene nicht mehr sichtbar. Trotzdem muss die Stadt Bern bisweilen Kulturpolitik betreiben. Wie sie das heute tut und wie sie das in Zukunft gerne tun würde, darüber gibt der Kultursekretär und Leiter der Abteilung Kulturelles der Stadt Bern Auskunft. Gast: Christoph Reichenau, Kultursekretär der Stadt Bern.

Tacheles VIII - 17. Mai 2005
“Selbstvermarktung”

  • Sabina Lang, L/B, Künstlerin Burgdorf
  • Anselm Stalder, Künstler und Dozent
  • Hans Walter Graf.
  • Moderation: Boris Billaud

Tacheles VII - 19. April 2005
“Galerien”
Thema ist der Galerienbetrieb der Region und darüber hinaus. Zudem sollen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Kunstschaffenden und Galeristen und deren Förder- bzw. Vermarktungsfunktion besprochen werden.

  • Francesca Pia, Galerie Pia Bern
  • Dorothe Freiburghaus, Kunstkeller Bern
  • Bernhard Bischoff, Galerie Bischoff Thun
  • Moderation: Heinrich Gartentor

Tacheles VI Spezial - 12. April 2005
“Information zum Stand der Projektierung einer Gegenwartsabteilung des Kunstmuseums Bern” Vortrag und Präsentation des Projektes im Festsaal des Kunstmuseums.

  • Matthias Frehner, Direktor KMB
  • Bernhard Fibicher, Projektleiter “Gegenwart” am KMB
  • Brigitte Widmer und Stéphane de Montmollin, Architekten und Autoren der Machbarkeitsstudie

Tacheles V - 15. März 2005
“Obsession New York”
Ein zentrales Element zeitgenössischer Kulturförderung besteht darin, KünstlerInnen in die weite Welt hinaus zu schicken - vorzugsweise in eine klassische Kunstmetropole wie New York, Berlin, Paris, oder aber in eine Destination am Rande beziehungsweise jenseits abendländischer Kulturen, etwa nach Bamako, Shanghai oder Kairo. Was für einen Sinn verbinden KünstlerInnen und Kulturförderungsinstutionen mit solchen Atelieraufenthalten? Wie stellen sich ehemalige Stipendiaten zu dieser Förderungspolitik im Allgemeinen und ihren Erfahrungen im Besonderen? Andrea Glauser analysiert in ihrer Doktoratsarbeit die Bedeutung von New York für das künstlerisch-kulturpolitische Feld der Schweiz und ist auf der Basis von zahlreichen Interviews, Erfahrungsberichten, Briefen und Motivationsschreiben zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Rückblick: Das Interesse am Mythos New York scheint nach wie vor hoch zu sein, wie das gut besuchte März-Tacheles nahelegt. Die Soziologin Andrea Glauser hielt zu Beginn des Vortrags fest, dass Atelierstipendien im Verlauf der 1990er Jahre zu einem wichtigen Mittel der Kulturförderung avanciert sind und heute pro Jahr rund 150 Kunstschaffende auf diese Weise von der Schweiz aus entsandt werden – etwa 40 KünstlerInnen nach Paris, 35 nach Berlin, je ein Dutzend nach Rom, London und New York. Diese Stipendien seien nicht nur für KünstlerInnen eine interessante Erscheinung, sondern auch für SoziologInnen und KunsthistorikerInnen: In das Problem der Atelieraufenthalte seien viele Aspekte künstlerischer Identität verstrickt, die sich in dieser Form verdichtet einer Analyse darbieten würden. In ihrem Dissertationsprojekt geht Glauser der Frage nach, welche Bedeutung KünstlerInnen sowie Kulturförderungsinstitutionen diesen Atelieraufenthalten zuschreiben und auf welchen Vorstellungen von Kunstschaffenden diese Positionen basieren. Motiviert ist die Studie durch das Interesse an der umfassenderen Frage, wie heute Künstlerdasein codiert sind – welche Vorstellungen von künstlerischer Arbeit als handlungs- und deutungsrelevante Strukturen wirksam sind. Die Quellenbasis der Studie besteht aus Erfahrungsberichten, Motivationsschreiben, Broschüren sowie aus rund dreissig Interviews mit Kunstschaffenden und Kulturbeauftragten. Die Studie wird betreut von Claudia Honegger, Institut für Soziologie und von Peter Schneemann, Institut für Kunstgeschichte, Uni Bern. Sie ist so etwas wie eine Spätfolge einer New York-Exkursion, die vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Gegenwart organisiert wurde. Im Rahmen dieser Exkursion wurden unter anderem Künstlerstätten wie das ISCP und die Ateliers am PS1 besichtigt und diskutiert. Die Destination New York spielt gemäss Glauser in dieser Kulturförderungspraxis eine besondere Rolle. Sie ist insofern eine Obsession – eine Art Zwangsvorstellung – als sie thematische Dauerpräsenz geniesst und als Referenzgrösse schlechthin fungiert. Für diese thematische Dauerpräsenz sind nicht allein jene Künstler verantwortlich, die nach New York wollen bzw. jene Institutionen, die dort ein Atelier anbieten; an ihr stricken vielmehr auch jene mit, die sich abgrenzend auf diese Stadt beziehen. Trotz oftmaliger Kritik und Abwehrreaktionen gegenüber New York sei diese Stadt ›Mass aller Dinge‹; in der Westschweiz würde diese Position von Paris eingenommen. Im Vortrag ging es dann vornehmlich um die Frage, in welchen Kategorien die Akteure Sinn und Zweck eines New York-Aufenthaltes reflektieren. Gemäss Glauser gibt es zwei Hauptfraktionen: Jene, die in einem solchen Aufenthalt primär einen Arbeitsaufenthalt sehen versus solche, bei denen Fragen der Bildung im Zentrum stehen. Der Typus ›Arbeitsaufenthalt‹ gliedert sich in drei Untergruppen: Die erste Gruppe sieht im New York Stipendium primär die Möglichkeit, sich der künstlerischen Arbeit hingeben zu können, befreit von finanziellen Sorgen; New York wird dabei mitunter als energetische Muse thematisiert und der Künstler als Medium bzw. als ›Schwamm‹, der die Energie dieses Feldes “aufsaugt”; eine zweite Gruppe sieht ihm New York Aufenthalt die Möglichkeit und Pflicht, Networking zu betreiben und symbolisches sowie ökonomisches Kapital zu akkumulieren. Der Künstler/die Künstlern ist dabei als UnternehmerIn in eigener Sache tätig und betreibt mehr oder weniger geschickt Beziehungsmanagement. New York erscheint in dieser Perspektive als eine Art super league: als Ansammlung von Leuten, die für die eigene Karriere bedeutsam sind, worunter massgeblich Galeristen und Kuratoren fallen. Eine dritte, äusserst umfangreiche Gruppe, sieht den Sinn eines Aufenthaltes in dieser Stadt darin, diese erforschen zu können. Diese KünstlerInnen sind einer explorativen Perspektive verpflichtet und verstehen sich als StadtforscherInnen respektive -ethnologInnen. – Im Rahmen des Paradigmas ›Bildungsaufenthalt‹ werden folgende Aspekte als bedeutsame thematisiert: Sehschulung; Selbstvergewisserung; Erlernen von Selbstdarstellungskompetenzen; Besuch einer Kunstschule; Erschliessung künstlerischer Gebiete. Von Relevanz ist dabei insbesondere die grosse Anzahl von Kunstinteressierten und Kunstschaffenden in New York, die zu einer Selbstreflexion der eigenen Position ›zwingen‹. Das erstaunliche an dieser an sich stark ausdifferenzierten Landschaft sieht Glauser darin, dass quer durch die verschiedenen Fraktionen hindurch die Kunst und die Ausstellungsmodi von Kunst in New York so gut wie nicht thematisiert werden. Besonders bemerkenswert sei dies für die Fraktion der KünstlerInnen mit explorativem Habitus: Da erforsche man praktisch alles, was New York zu bieten hätte: Sujets von Kaffeerahmdeckli, Architektur, Gullydeckel, Baustellen etc. Das gesamte Kunstfeld hingegen bleibe von diesen Analysen ausgespart, als wäre es ein Minenfeld. Wenn von Kunst in New York überhaupt die Rede sei, dann meist in despektierlicher Art und Weise. Glauser zufolge ist diese thematische Lücke derart systematisch, dass sie als diskursives Tabu aufzufassen sei. Die Situation punkto Atelieraufenthalt Berlin nähme sich ähnlich aus; anders sei es bei Aufenthalten in Paris, Rom oder Kairo. Da würde von den KünstlerInnen teils geradezu überschwänglich von alten Meistern geschwärmt. Die Ursachen für dieses diskursive Tabu, welches an die Obsession New York geknüpft ist, sieht Glauser massgeblich im Selbstverständnis von Kunstschaffenden. Konzepte wie Originalität und Authentizität seien dort zentrale Grössen und würden die Thematisierung der Kunst von anderen nicht nur ›überflüssig‹, sondern geradezu verdächtig machen. Es fehle an einer ›legitimen‹ Sprache. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum bezogen sich hauptsächlich auf den Umfang und die Art der Datenerhebung. Intensiv wurde die These des Tabus diskutiert – ob es gerechtfertigt sei, das ›Schweigen‹ der Künstler in dieser Weise zu interpretieren. Zu diskutieren gab auch die Frage, ob die Bewerbungen für New York Stipendien in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen seien und was die Ursachen hierfür sein könnten. Vortrag von Andrea Glauser, Soziologin an der Universität Bern. Assistiert bei Professorin Claudia Honegger am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie.

Tacheles IV
“Was erwarten Politiker von der Kunst?”

  • Thomas Fuchs
  • Remo Galli
  • Rolf Marti, Thun
  • Moderation: Heinrich Gartentor

Tacheles III - 18. Januar 2005
“Kriterien der zeitgenössischen Kunst”

  • Sebastian Bader, Student HKB und Kunstvermittler
  • Ralph Samens, Plastiker
  • Rachel Mader, Institut für Kunstgeschichte Universität Bern, Abt. Gegenwartskunst
  • Moderation: Boris Billaud

Rückblick: Dass Klartext reden nicht immer zu Klarheit führen muss, hat das Januar-Tacheles gezeigt. Zum Thema „Kriterien der zeitgenössischen Kunst“ diskutierten unter der Leitung von Boris Billaud die Kunsthistorikerin Rachel Mader mit den beiden Künstlern Sebastian Baden und Ralph Samens. Noch während Baden die Eingangsfrage zum Profil eines Künstlers in der Ausbildung an einer Hochschule beantwortete, machte sich im Publikum ein Raunen breit. Schon nur den Begriff des Marktes in den Kontext der Werkproduktion zu bringen, kam bei den meisten im Publikum als Provokation an - geschweige denn, weitere unternehmerische Überlegungen in das Kunstschaffen einzubringen. Auch wenn in der Folge ebenfalls Mader darauf hinwies, dass solche Überlegungen schon immer ein Teil der künstlerischen Produktion war, liessen die ersten Äusserungen aus dem Publikum keinen Zweifel daran, was man davon hielt. Entsprechend wurde der Begriff Markt an diesem Abend zum Reizwort. Wie viele Ressentiments gegenüber der zeitgenössischen Kunst und der sie unterstützenden Kritik gehegt wird, konnte man auch daran sehen, dass die kritischen Voten von Samens vom Publikum unterstützt wurden. Er beschrieb, wie man sich früher an der Hochschule jahrelang in einem Medium geübt hatte, um danach als Meisterschüler auszutreten, der sich aber immer noch weiter entwickeln musste. Heute müsse man hingegen scheinbar viele verschiedene Richtungen verfolgen, was doch zu einer Verminderung des handwerklichen Könnens führe. Im zweiten Themenkreis, in dem das Werk selbst im Zentrum stand, äusserte sich Samens folgerichtig befremdet gegenüber den handwerklich und künstlerisch schlecht ausgeführten Kunstwerken zeitgenössischer Kunst. An die Qualität von neueren Werkgattungen, wie zum Beispiel der Installationen, könne er nicht glauben. Baden war zwar nicht dieser Ansicht, zeigte sich persönlich jedoch auch immer wieder erstaunt, wie beeindruckend die Klassiker (z.B. David von Florenz) auf ihn wirken würden. Wenn handwerkliches Können im Vordergrund stehe, sei es müssig über Kriterien der zeitgenössischen Kunst zu diskutieren, wendete die Kunsthistorikerin Vanessa Achermann ein. Ähnlich argumentierte die Künstlerin Verena Schwab, die den Verlauf des Gespräches kritisierte. Man rede nur über Formalistisches, anstatt über Inhalte. Kunst sei letztlich für den Künstler eine Notwendigkeit, die sich über Inhalte definiert. Künstlerische Arbeit sei ein Müssen, ein Forschen. Die Überlegung, ob ein Werk verkauft werden könne, sei in einer ersten Phase nicht von Bedeutung. Baden antwortete mit der Präzisierung, dass es nicht um den Verkauf, sondern um die Platzierung innerhalb des Kunstsystems gehe und dass dies ein wichtiger Kontext für die Kunst sei. Auf die anschliessende Frage von Samens an Mader, wie denn die Fakultät zwischen Kunst und zeitgenössischer Kunst unterscheide, antwortet Mader zurückhaltend. Sie sah in erster Linie den subjektiven Blick, welcher der Verallgemeinerung entgegenstünde. Wenn schon, dann sei es der Mehrwert gegenüber älterer Kunst oder Nicht-Kunst, der einschränkend sein könne. Gegen diese Aussage opponierte Samens, der bemängelte, wie wenig die Kunsthistoriker und Kritiker fähig seinen, ihr Fachgebiet zu umschreiben und wie wenig dieser faux-pas als aussergewöhnlich aufgenommen wird. Billaud schob ein, dass zeitgenössische Kunst auf ein bestimmtes Publikum ziele. Damit gehe auch eine Anpassung des Ästhetikbegriffes auf eben jenen einzigen kunstinteressierten Kreis einher, was faktisch die Abkehr vom universalen Charakter der Kunst bedeute, welcher der Kunst Wirkungskreise ausserhalb des eigenen Genres zuweise. Der Kunstmaler Samuel Blaser fand diesen Diskurs zu kompliziert und überflüssig. Für ihn sei die althergebrachte Definition von Kunst (die Idee, deren Umsetzung und die Ewigkeit) weiterhin gültig. Museumsdirektor Reinhard Spieler wandte daraufhin ein, dass seit Duchamp jede Form von Kunst möglich ist, die innerhalb des Systems Kunst Platz findet, egal was, wie oder woher sie stammt. Viel weiter darüber hinaus kam die abendliche Diskussion, die hier nur stichwortartig wiedergegeben wurde, nicht mehr. Bezeichnend für Tacheles III waren hauptsächlich die Kontraste zwischen den absichtlich provokant gehaltenen Standpunkten. bb/va

Tacheles II - 21. Dezember 2004
“Weihnachtsausstellung, wie weiter?”

  • Urs Zahn, Künstler
  • Adela Picon, Künstlerin
  • Kotscha Reist, Künstler und Dozent
  • Moderation: Heinrich Gartentor

Infoblock: Vanessa Achermann zur Geschichte der Weihnachtsausstellung in Bern

Rückblick: Die Frage nach Sinn und Unsinn der WA liess sich erwartungsgemäss nicht vollends klären. Vanessa Achermann lieferte zunächst einen Abriss über die Geschichte der WA, die 2004/5 zum 120. Mal stattfindet. Anschliessend diskutierten unter der Leitung von Heinrich Gartentor die Kunstschaffenden Adela Picon, Kotscha Reist und Urs Zahn über die traditionelle Plattform der Berner KünstlerInnen. Rund 60 Interessierte, darunter auch die Kuratorinnen der Weihnachtsausstellung im Kunstmuseum und im PROGR, verfolgten das Gespräch und diskutierten engagiert mit. Während sich Reist und Zahn für neue Formen mit mehr Raum für Experimente aussprachen, was faktisch die Abschaffung der Weihnachtsausstellung bedeutet, sprach sich Picon für den Erhalt des vertrauten Gefässes in der Kunsthalle aus. Zahn begründete seine Haltung mit der Frage nach der Qualität einer Plattform, in der die Verkaufsstrategie im Vordergrund stehe und nur “angepasste” Arbeiten präsentiert würden. Andreas Fiedler, Präsident der Kantonalen Kunstkommission, erklärt daraufhin kurz den Ablauf bei den Ankäufen des Kantons, die einen wichtigen Prestigeakt bei der Ausstellung ausmachen. Die Weihnachtsausstellung und vor allem deren Vernissage sei aber auch Ort für den Austausch unter den Kunstschaffenden und mit dem Publikum. Dieser soziale Aspekt steht nach Meinung der KünstlerInnen auf dem Podium sogar im Vordergrund. Zahn begrüsst diesen Austausch, folgerte aber, dass man unter dieser Voraussetzung auf eine ernsthafte Präsentation von Kunst verzichten sollte.
Picon findet die Chance, die eine Weihnachtsausstellung für die Kunstschaffenden bietet - sakraler Raum, Kunstszene, Karrierestart -, hingegen sehr wichtig. Sie hält die Diskussionen über die Form und die Selektionskriterien für überflüssig und spricht sich klar für eine Jury aus. Entscheidend seien eine qualitativ gute Zusammenstellung der Jury und der stetige Wechsel derer Mitglieder. Wie im Einführungsteil ausgeführt wurde, sind alle bisherigen Versuche, weniger Willkür in die Juryentscheidungen zu bringen, aber gescheitert. Auch eine „Auswärtigen-Jury“ habe nicht das gewünschte Resultat erzielt. Ressentiments gegen Jury-Entscheidungen gehörten mit zum Konzept und liessen sich nicht ausräumen. Dass auch der diesjährige Modus ohne Jury zu Unzufriedenheit führte, wurde in der anschliessenden Diskussion spürbar: Einige KünstlerInnen im Publikum nutzt die Gelegenheit, um ihre Missmut über die diesjährige Selektion kund zu tun.

Die Diskussion über die Weihnachtsausstellung und die jeweiligen Selektionsmodi sei – darin waren sich Zahn und Reist einig – nicht zuletzt deshalb überholt, weil mit dem neuen Kunsthallendirektor Philippe Pirotte nun eine neue Ära anbrechen könnte. Pirottes Engagement für die Berner Künstler sei wichtiger als die weitere Existenz der Weihnachtsausstellung in der Kunsthalle. Die zu erwartenden Veränderungen würden in Bern die dringende Diskussion über das Selbstbild der Künstler und Künstlerinnen und ihre Produktionen im 21. Jahrhundert bringen. Auch Picon stimmte dem zu. Peter Stämpfli, der Präsident des Vereins Kunsthalle, lud hiernach das Publikum zur Veranstaltung vom 15. Januar 2005 in die Kunsthalle ein, in der Pirotte das neue Programm der Öffentlichkeit vorstellen werde.

Nach der angeregten 90-minütigen Diskussion nutzen die meisten Anwesenden die Gelegenheit, sich bei einem Glas Wein noch weiter zu unterhalten. bb/va

Tacheles I
“Ökonomie und Kunst”
Stefan Zweifel, Publizist, Co-Autor der zehnbändigen Neuausgabe von de Sades “Justine und Juliette” und Co- Kurator der Ausstellung Sade Surreal im Kunsthaus Zürich (2002), hat vor unerwartet vielen Zuschauer im der neuen Gesprächsrunde Tacheles der visarte.bern zum brisanten Thema Kunst und Ökonomie referiert.